Eine Beispiel-Baumzustandserfassung in Mapit GIS erstellen – Planungsphase
Einführung
Baumzustandserfassungen gehören zu den Kernaufgaben von Kommunen, Fachbüros und Flächenbewirtschaftern. Sie unterstützen Anlagenverwaltung, Risikobewertung, Pflegeplanung und Öffentlichkeitsarbeit. Mapit GIS bietet eine schlanke, geländetaugliche Plattform, um räumliche Erfassungsdaten mit Mobilgeräten und Webkarten zu sammeln.
Dieser Artikel zeigt, wie Sie eine Beispiel-Baumzustandserfassung in Mapit GIS planen und umsetzen. Im Mittelpunkt stehen bewährte Vorgehensweisen, nicht eine einzige starre Konfiguration. Die Prinzipien lassen sich auf andere Aufgaben übertragen, etwa Inspektionen, Straßenbaumkataster oder die Erfassung von Anlagen.
Den grundlegenden Ablauf – ein Feld in einem Layer hinzufügen, es mit einem Attribut-Set verknüpfen sowie das Erscheinungsbild des Felds und seine Darstellung auf der Karte konfigurieren – zeigt dieses Video-Tutorial:
Projektverwaltung – bewährte Vorgehensweise
Projekte sind die zentrale Organisationseinheit in Mapit GIS und sollten standardmäßig zur Verwaltung von Erfassungs- und Geodaten verwendet werden. Jedes Projekt wird im OGC-GeoPackage-Format (GPKG) gespeichert – einem standardkonformen, portablen Container für räumliche Layer, Attribute und die zugehörige Konfiguration. Projekte ermöglichen eine klare Trennung von Datensätzen, einen kontrollierten Umgang mit Daten und eine einheitliche Anwendung von Einstellungen über verschiedene Erfassungen oder Arbeitspakete hinweg.
Projekte unterstützen vollständigen Import und Export, sodass sie als eigenständige Datenbestände behandelt werden können. Exportierte Projekte lassen sich sicher auf lokalem Speicher oder Netzlaufwerken sichern, zwischen Geräten übertragen oder gemäß den Aufbewahrungsrichtlinien Ihrer Organisation archivieren. Sie können Projekte nach Bedarf anlegen, zwischen ihnen wechseln und sie entfernen – das ermöglicht flexibles Arbeiten bei gleichzeitig strenger Data Governance.
Verwenden Sie ein Projekt pro Erfassung oder Arbeitspaket.
So verringern Sie das Risiko, dass Daten zwischen Datensätzen vermischt werden, und vereinfachen Sicherung, Prüfung und Übergabe.
Kompatibilität mit Desktop-GIS
Da Projekte als GeoPackage-Dateien gespeichert werden, lassen sie sich direkt in Desktop-GIS-Software wie QGIS oder ArcGIS öffnen, um sie zu prüfen, zu analysieren oder Berichte zu erstellen. Das unterstützt nachgelagerte Arbeitsabläufe wie räumliche Analysen, kartografische Ausgaben und die Integration mit anderen Unternehmensdaten.
Eine direkte Bearbeitung der GeoPackage-Datei eines Projekts in Desktop-GIS-Software wird nicht empfohlen, wenn die Daten wieder in Mapit GIS importiert werden sollen. Änderungen an Layer-Schemata, Felddefinitionen oder Metadaten können zu Inkompatibilitäten führen.
Arbeiten Sie für Nachbearbeitung und Analyse immer mit einer Kopie des exportierten GeoPackage.
Lassen Sie das ursprünglich exportierte Projekt unverändert, damit es bei Bedarf sicher wieder importiert werden kann.
Entfernen von Projekten und Datenaufbewahrung
Wenn Sie ein Projekt aus Mapit GIS entfernen, werden alle zugehörigen Layer und Erfassungsdaten dauerhaft aus der Anwendung gelöscht. Dieser Vorgang ist unumkehrbar; vor dem Löschen werden Sie jedoch um Bestätigung gebeten.
Bevor Sie ein Projekt entfernen, sichern Sie alle benötigten Daten mit der Funktion Projekt exportieren im Optionsmenü des Projekts. Andernfalls kann es zu dauerhaftem Datenverlust kommen.
Exportierte Projekte können später wieder in Mapit GIS importiert werden – zur Wiederherstellung, für Prüfungen oder zur Fortsetzung der Arbeit.
Umgang mit Anhängen
Wenn ein Projekt entfernt wird, werden die zugehörigen Anhangdateien (z. B. Fotos) nicht automatisch aus dem Gerätespeicher gelöscht. Stattdessen wird das zugehörige Anhangverzeichnis nach dem Muster projectname_timestamp umbenannt.
So bleibt eine Wiederherstellung bei Bedarf möglich.
Anhangordner müssen manuell geprüft und entfernt werden, wenn eine endgültige Löschung erforderlich ist – im Einklang mit den Speicher- und Datenschutzrichtlinien Ihrer Organisation.
1. Den Zweck der Erfassung festlegen
Bevor Sie in Mapit GIS etwas konfigurieren, legen Sie klar fest, was die Erfassung leisten soll. Davon hängen sowohl Ihr Datenmodell als auch Ihr Arbeitsablauf im Gelände ab.
Typische Ziele sind:
- Standorte und grundlegende Attribute von Bäumen erfassen
- Vitalität und strukturellen Zustand bewerten
- Pflegebedarf ermitteln
- Risiken bzw. Maßnahmen priorisieren
- einen Ausgangsbestand für spätere Vergleiche anlegen
2. Das Baum-Datenmodell entwerfen
Ein klar definiertes Datenmodell ist entscheidend für Konsistenz, Datenqualität und die langfristige Nutzbarkeit von Baumerfassungsdaten. Das Baum-Datenmodell sollte vor Beginn der Erfassung im Gelände entworfen und auf die Erfassungsziele, die Standards Ihrer Organisation und die geplanten nachgelagerten Analysen abgestimmt werden.
In Mapit GIS werden Baumerfassungen in der Regel als Punkt-Features abgebildet, wobei jeder Punkt einem einzelnen Baum entspricht. Die Attribute sollten so aufgebaut sein, dass Freitexteingaben minimiert, kontrollierte Vokabulare möglichst umfassend genutzt und eine wiederholbare Datenerfassung über verschiedene Bearbeiter und Projekte hinweg unterstützt wird.
2.1 Räumliche Abbildung
- Feature-Typ: Punkt
- Feature-Beschreibung: Standort eines einzelnen Baums
- Erfassungsmethode: GPS-Erfassung oder Platzierung auf der Karte
- Koordinatenbezugssystem: durch die Projekteinstellungen festgelegt (vom GeoPackage übernommen)
Erfassen Sie Baumstandorte so nah wie praktisch möglich am Stammfuß, um eine genaue Kartierung und spätere Wiederholungserfassungen zu unterstützen.
2.2 Grundsätze für die Gruppierung von Attributen
Attribute sollten logisch gruppiert werden, sodass sie den Erfassungsablauf widerspiegeln und die Bedienung im Gelände erleichtern. Empfohlen werden folgende Gruppen:
- Identifikation
- Größe und Struktur
- Zustandsbewertung
- Risiko und Maßnahmen
- Ergänzende Informationen
Diese Struktur erleichtert auch die Analyse und Berichterstellung nach dem Export der Daten.
2.3 Attribute zur Identifikation
Diese Attribute kennzeichnen jeden Baum eindeutig und ermöglichen Querverweise auf externe Systeme.
| Attribut | Datentyp | Beschreibung |
|---|---|---|
| Baum-ID / Barcode | BARCODE | Eindeutige Kennung oder Inventarnummer |
| Art | TEXT (Dropdown-Liste) | Baumart |
| Trivialname | TEXT | Optionaler beschreibender Name |
Kennungen per Barcode oder QR-Code verbessern die Genauigkeit und beschleunigen Wiederholungsinspektionen.
2.4 Attribute zu Größe und Struktur
Diese Attribute beschreiben die physischen Merkmale des Baums anhand von Klassen statt exakter Messwerte.
| Attribut | Datentyp | Beschreibung |
|---|---|---|
| Höhenklasse | TEXT (Dropdown-Liste) | Höhenklasse (z. B. unter 5 m, 5–10 m) |
| BHD-Klasse | TEXT (Dropdown-Liste) | Klasse des Brusthöhendurchmessers |
| Kronendurchmesser | TEXT | Optionale Schätzung oder Klasse |
Klassen statt exakter Messwerte verringern die Subjektivität und verbessern die Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Bearbeitern.
2.5 Attribute zur Zustandsbewertung
Zustandsattribute sollten auf klar definierten Kategorien beruhen und bei Bedarf durch Erläuterungen ergänzt werden.
| Attribut | Datentyp | Beschreibung |
|---|---|---|
| Gesamtzustand | TEXT (Dropdown-Liste) | Allgemeiner Zustand des Baums |
| Strukturelle Schäden | TEXT (Mehrfachauswahl) | Festgestellte Schäden |
| Vitalität | TEXT (Dropdown-Liste) | Optionale Bewertung der Vitalität |
Stellen Sie sicher, dass die Zustandskategorien klar definiert und allen Bearbeitern bekannt sind, damit die Daten konsistent bleiben.
2.6 Attribute zu Risiko und Maßnahmen
Diese Attribute unterstützen Priorisierung und Entscheidungsfindung.
| Attribut | Datentyp | Beschreibung |
|---|---|---|
| Risikokategorie | TEXT (Dropdown-Liste) | Bewertete Risikostufe |
| Empfohlene Maßnahme | TEXT (Dropdown-Liste) | Pflege- bzw. Sicherungsmaßnahme |
| Dringlichkeit | TEXT (Dropdown-Liste) | Zeitrahmen für die Maßnahme |
Risikobezogene Attribute sollten nicht leer bleiben. Bei Unsicherheit verwenden Sie die in Ihrer Organisation vereinbarten Standardwerte oder Eskalationsverfahren.
2.7 Ergänzende Informationen
Zusätzliche Kontextinformationen können erfasst werden, um Auswertung und Prüfung zu unterstützen.
| Attribut | Datentyp | Beschreibung |
|---|---|---|
| Notizen | TEXT | Beobachtungen als Freitext |
| Fotos | ATTACHMENT | Belegfotos |
Fotos sind wertvolle Belege für Zustandsbewertungen und sollten einheitlich aufgenommen werden. Fotos und andere Anhänge sind einem bestimmten Feature zugeordnet, werden jedoch im Gerätespeicher abgelegt und sind nicht Teil des räumlichen Layers.
2.8 Datenqualität und Wiederholbarkeit
Für skalierbare und wiederholbare Erfassungen gilt:
- Verwenden Sie wo immer möglich Dropdown-Listen und Mehrfachauswahllisten
- Vermeiden Sie Freitextfelder für wichtige Attribute
- Halten Sie Attributnamen über Projekte hinweg stabil
- Dokumentieren Sie die Attributdefinitionen zentral
So bleiben Baumerfassungsdaten über die Zeit und über mehrere Projekte oder Teams hinweg vergleichbar.